BDKJ Kaiserslautern erinnert mit Stolpersteinen an ermordete jüdische Familie

Foto: privat

Ein Jahr lang haben Jugendliche im Dekanat Kaiserslautern die Geschichte von Ingeborg Herta und Klaus Angress recherchiert. Als Erinnerung und Mahnung werden vor dem ehemaligen Wohnhaus der Geschwister in Kaiserslautern am kommenden Donnerstag sogenannte Stolpersteine verlegt. Mit einer Gedenkmatinee am 8. Februar im Foyer des Pfalztheaters gedenken die Jugendlichen gemeinsam mit den Initiatoren des Projektes und weiteren Paten der durch die Nationalsozialisten ermordeten Mitbürger.


Ingeborg Herta Angress war 16 Jahre alt, als sie am 31.01.1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Nur wenig älter sind die Jugendlichen, die ihre Geschichte erforscht haben. Sie sind den Spuren der jungen Frau ebenso gefolgt, wie denen ihres jüngeren Bruders Klaus, der mit 10 Jahren am 10. September 1943 in Auschwitz starb. Auch der große Bruder Hans konnte den Fängen der Nationalsozialisten nicht entkommen. Der Zwanzigjährige wurde nach Flucht und Deportation 1943 in Schoppinitz ermordet. Einzig dem Vierten im Bunde der Geschwister, Wolfgang, gelang in letzter Minute die Emigration nach London. Die Eltern von Ingeborg und Klaus konnten in die USA emigrieren, wohin schließlich auch Wolfgang auswanderte. Den Austausch mit dessen Kindern haben Kerstin Nikolay, BDKJ-Dekanatsvorsitzende, und Jugendreferentin Petra Benz gesucht. Im Fragen und Antworten wurde das Bild der Geschwister klarer, deren Namen auf den Stolpersteinen aus Messing eingraviert sind. Am kommenden Donnerstag nun werden die beiden Erinnerungssteine für Ingeborg und Klaus vor dem Wohnhaus der Familie in der Mannheimerstraße verlegt. Sie sollen Fußgänger auf das Schicksal der Familie Angress aufmerksam machen und eine Mahnung zu Toleranz und Frieden sein.
Im Rahmen einer Gedenkmatinee am 8. Januar um 11 Uhr im Foyer des Pfalztheaters werden die Jugendlichen des BDKJ-Dekanates Kaiserslautern Ingeborg und Klaus Angress ihre Stimme geben und von deren Leben und Sterben erzählen. Die Matinee wird von Musikern und Schauspielern mitgestaltet und lässt die Paten der neuverlegten Stolpersteine zu Wort kommen.

Stolpersteine gibt es in vielen deutschen Städten. In Kaiserslautern wird das Projekt von der Initiative Stolpersteine organisiert und umgesetzt. Initiiert wurde es von Gunter Demnig. Der Künstler erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas.

 

Biographie der Familie Angress

Artikel in der Rheinpfalz zur Verlegung der Stolpersteinen im Februar 2015  


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